Auf über 30.000 wird heute die Anzahl der Kulturrosen geschätzt
und jedes Jahr kommen neue hinzu! Dieser vom Menschen geschaffenen
Sortenvielfalt stehen kaum mehr als weltweit bekannte 170 Wildrosen gegenüber.
Ursache für diese Explosion an Wuchsformen, Farben, Blütengrößen, Blütenformen
und nicht zuletzt ihr Duft, ist die hemmungslose Bereitschaft der Rosen sich
kreuzen zu lassen. Wenn man hinzufügt, dass der Kreuzungserfolg nicht nur an
Schönheit und Eleganz gemessen wird, sondern Wüchsigkeit, Krankheitsresistenz und
Winterhärte umfasst, erkennt man ungefähr die Auswahlkriterien, die zu einer Vielfalt
führen wie bei keiner anderen Zierpflanze. Das Wunderbare ist, dass alljährlich immer
neue Sorten auf den Markt kommen und doch keine Rosensorte einer anderen völlig gleicht.
Und ein Ende dieser Vielfalt ist nicht abzusehen.
Da die Anfänge der Rosenkultur ins Altertum zurückgehen und präzise Angaben über die
Ausgangs-Gruppen der Kulturrosen nicht zu erwarten sind, ist die Genealogie der Rosen
eine Glaubenssache und nicht eine Frage eines strukturierten Stammbaums. Und so
behilft man sich heute damit, die Vielfalt nach praktischen Gesichtspunkten zu gliedern.
Zwangsläufig führt aber jede Einteilung nicht immer zur Akzeptanz bei allen Fachleuten
und die Rosenklassifizierung kann zu endlosen Diskussion und zur Bildung unterschiedlicher
"Glaubensgemeinschaften" führen.
Der Botanische Garten möchte in diesem Jahr mit seiner Rosenpräsentation in die Vollen
greifen und Üppigkeit und Vielfalt in einem überbunten Blütenmeer darstellen, das den
Beschauer an einen Irrgarten glauben lässt und ihm doch den Rückzug auf die Schönheit
des einzelnen Objektes erlaubt; er hat es da besser als der Fachmann, der schließlich
eher seiner Intuition folgen wird.
Trotzdem versucht der Botanische Garten, in der Ausstellung in der historischen
Winterhalle des Gartens, die wichtigsten Leitlinien zur Unterteilung aufzuzeigen –
Kompromisse, die in der Natur der Rose und ihrer Sorten begründet sind.
Die Rosenschau 2011 findet vom 30. Juni bis 4. Juli statt.
Sie widmet sich den Farbschattierungen der Rosen von Weiß bis Rot.
Seit 1993 wird im Botanischen Garten München-Nymphenburg alljährlich eine immer
stärker beachtete Rosenschau veranstaltet, an deren Organisation die Gesellschaft
der Freunde des Botanischen Gartens von Anfang an sehr intensiv beteiligt war.
Neben einem finanziellen Engagement haben viele freiwillige Helfer der Gesellschaft
mit dazu beigetragen, dass die Rosenschau ihre heutige, überregionale Bedeutung
erlangt hat.
Nicht zuletzt durch persönliche Kontakte von Mitgliedern des Kuratoriums war es möglich, immer wieder prominente Persönlichkeiten zur Eröffnung zu gewinnen wie Frau Karin Stoiber, Frau Kammersängerin Brigitte Fassbaender, Herrn Christoph Vitali, Herrn Staatsminister a.D. Dr. Hans Zehetmair und Herrn Staatsminister Dr. Thomas Goppel.
Auch 2005 fand wieder mit Beteiligung unserer Gesellschaft vom 24. bis 27. Juni
die Rosenschau statt. Sie hatte das Motto "Rosen für Europa". Rosenzüchter aus ganz
Europa sorgten im BUGA-Jahr 2005 für einen besonders eindrucksvollen Rahmen.
Als besondere Attraktion gelang es den mehrfach prämierten Garten des englischen
Gartenarchitekten Christopher Bradley-Hole, den "hortus conclusus", im Garten
aufzubauen.
Eröffnet wurde die Ausstellung durch Staatsminister Eberhard Sinner.